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WINTERRUHE, WINTERSTARRE, WINTERSCHLAF

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken - und die Zugvögel haben schon längst die Region verlassen, um Richtung Süden zu fliegen, der Sonne hinterher.
Unter solchen Bedingungen ist für viele Tiere Essbares kaum zu finden

 

 

Jetzt gilt es für die "Zurückgebliebenen", sich auf die dunkle und kalte Jahreszeit einzustellen. Um während der Wintermonate nicht zu erfrieren oder zu verhungern, haben viele Tiere Strategien entwickelt, um die kalte Jahreszeit hinter sich zu bringen.

 

Der Grund dafür ist die extreme Kälte und die Knappheit der Nahrung. Der Boden ist hart gefroren und teilweise von Schnee bedeckt, die Bäume sind kahl -


Essbares ist für viele Tiere kaum zu finden. Was sind die Methoden der Vierbeiner, den widrigen Umständen zu trotzen und in Eiseskälte zu überleben?
Igel

 

 

Der Igel hält einen Winterschlaf, für den er sich in den Spätsommer- und Herbstmonaten ein dickes Fettpolster anfrisst. Lediglich um Urin abzugeben oder die Schlafposition zu wechseln, wacht er kurz auf.


Viele Säugetiere verschlafen den ganzen Winter und leben dabei von ihrem Winterspeck, den sie sich zuvor angefressen haben. Die Tiere wachen dann erst im Frühling wieder auf.

Vor allem der Igel und einige Vögel gehen in den Winterschlaf. Ebenso Fledermäuse, Siebenschläfer und Haselmäuse, die sogar sterben würden, wenn man sie am Winterschlaf hindern würde.

Fledermaus (Braunes Langohr)

 

Im Winter finden Fledermäuse keine Nahrung. Dies überleben sie nur, da sie ihren Stoffwechsel kräftig herunterfahren, also möglichst viel Energie einsparen. Für den Winterschlaf legen die Fledermäuse spezielle Fettvorräte an.


Siebenschläfer

 

Der Name Siebenschläfer stammt von ihrem rund siebenmonatigen Winterschlaf. Er beginnt Mitte Oktober und dauert bis Ende Mai. Vor dem Winterschlaf setzen die Siebenschläfer viel Fett an, um die langen Monate ohne Nahrungsaufnahme zu überleben.


Alpenmurmeltier

 

 Murmeltiere halten einen ausgedehnten Winterschlaf, der mehr als sechs Monate andauern kann. Sie rollen sich gruppenweise zusammen und stecken den Kopf zwischen die Hinterbeine. In dieser typischen Winterschlafstellung verharren sie fast den gesamten Winter.


Das Murmeltier ist ein Säugetier und gehört in die Familie der Hörnchen und die Ordnung der Nagetiere, wie auch das Eichhörnchen. Die Murmeltiere (Gattung Marmota) sind die größten Vertreter der Hörnchen.

Die Geschlechter sind nur schwer zu unterscheiden, meist sind die Männchen leicht dunkler gefärbt. Die Männchen werden auch als „Bär“ und die Weibchen als „Katze“ bezeichnet.

 

Das Murmeltier besitzt ein sehr gutes Sehvermögen. Durch die seitliche Anordnung der Augen besitzt es ein weites Blickfeld. Auch das Gehör ist sehr empfindlich; nur der Geruchssinn ist eher schwach ausgeprägt.

 

Murmeltiere ernähren sich von Gräsern und Kräutern der Gebirgswelt. Neben den Pflanzen als Hauptnahrungsquelle, verspeisst es auch Insekten, Larven und Regenwürmer. Der Flüssigkeitsbedarf wird ausschließlich über die feste Nahrung gedeckt. Nahrungsvorräte legen Murmeltiere nicht an, das Heu in den Bauen dient nur der Polsterung, nicht der Ernährung.

Murmeltiere besitzen ein gut ausgeprägtes Seh- und Hörvermögen
Gräser und Kräuter sind die Hauptnahrungsquelle der Murmeltiere

Da Murmeltiere einen Winterschlaf halten, benötigen sie keinen Wintervorrat an Nahrung. Sie zehren von der Fettschicht, die sie im Sommer angefressen haben. Nur wenige Male erwachen sie aus dem Winterschlaf, um Harn und Kot abzugeben.

 

Die Körpertemperatur sinkt von ungefähr 39 Grad Celsius auf 5 bis 7 Grad ab. Während des Winterschlafs verbrauchen die Murmeltiere kaum Sauerstoff und atmen nur alle paar Minuten einmal.

 

Das Erwachen wird über die Außentemperatur ausgelöst. Die Paarung erfolgt kurz nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf; meist im Mai bis Juni.

Dachs
Hamster

Es gibt aber auch viele Säugetiere, die ohne den Winterschlaf auskommen, wie z.B. Dachse und Hamster
Rotfuchs

 

 

Auch Füchse halten KEINEN Winterschlaf.

 

Im Herbst wächst dem Fuchs ein dickes Winterfell, damit er bei großer Kälte nicht friert.

Was er an Nahrung braucht, findet er auch im Winter.

 

Der Fuchs frisst fast alles.


Auf seinem Speiseplan stehen: Mäuse, Hasen, Frösche, Schnecken, Käfer und Heuschrecken.
Er mag aber auch Kartoffeln, Pflaumen, Birnen, Trauben und Beeren.


Im Frühling verliert er wieder seine dichten Haare. Im Sommerfell sieht er dann viel dünner aus.

Für Nachwuchs sorgen Füchse bereits im Jänner und Februar.

Fuchswelpen
Kleinere Nagetiere wie Eichhörnchen, der Waschbär oder auch der Braunbär verfallen in die Winterruhe. Im Herbst verstecken sie ihre Nahrung und begeben sich dann in ihren Bau zur Ruhe. Zwischendurch wachen sie auf und leben dann von ihren versteckten Vorräten.
Eichhörnchen

 

 

Eichhörnchen halten eine Winterruhe. In ihrem Nest legen sie ein Nahrungsdepot an. Während ihrer Ruhe erwachen sie immer mal wieder, um etwas Nahrung zu sich zu nehmen sowie Blase und Darm zu entleeren.


Vom oft leuchtend roten Sommerfell mit kurzen oder gar keinen Ohrpinseln wechselt das Eichhörnchen im Herbst auf die Winterausrüstung: sehr viel dichteres und dunkleres Winterfell, dazu bis zu 3,5 Zentimeter lange Ohrpinsel, und selbst die im Sommer nackten Fußsohlen bekommen Haare. Sie sind nicht so lang, dass sie beim Klettern stören, aber sie isolieren.

 

Das Europäische Eichhörnchen ist nicht immer fuchsrot. Seine Fellfarbe ändert sich von Norden nach Süden in Europa und von Westen nach Osten. In West- und Mitteleuropa leben überwiegend rote bis dunkelrote Hörnchen, in manchen Regionen auch schwarze und bräunliche Typen.

Waschbär

 

 

In kalten Gegenden ziehen sich die aus Nordamerika eingewanderten Waschbären zu einer kurzen Winterruhe zurück. Dies ähnelt aber mehr einem Tiefschlaf.

 

Vorher fressen sich die Tiere einen dicken Fettvorrat an, denn im kalten Wintern können sie bis zur Hälfte ihres Gewichts verlieren.

 

In den Winterquartieren finden sich oft mehrere Waschbären zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. So bald es nicht mehr so kalt ist und die Temperaturen auf über 6 °Grad steigen, gehen die Tiere wieder auf Nahrungssuche.